Archiv für den Monat: Dezember 2024

Gedanken zur Jahreslosung 2025

Jahreslosung   2025: Prüft alles und behaltet das Gute

1.Thessalonicher 5,21

Liebe Brüder, liebe Schwestern,

ein neues Jahr ist angebrochen. Wir schreiben das Jahr 2025. Ich möchte im Namen unseres Lektorenteams euch und Ihnen von Herzen ein gesundes neues Jahr wünschen. Mögen eure Wünsche in Erfüllung gehen, mögen eure Sorgen und Probleme sich lösen, mögen Zuversicht und Hoffnung eure Herzen erfüllen.

Noch sind die bunten Lichter des Weihnachtsfestes nicht erloschen, noch strahlt der Stern von Bethlehem über der Krippe. Die Weihnachtslieder klingen noch in uns und unsere Herzen sind noch weit geöffnet. Vor uns liegt ein neues Jahr. Hoffnungsvoll ist jeder Neubeginn. Am Anfang eines jeden neuen Jahres reichen unsere Pläne wieder weit hinaus. Das ist gut, denn es geht weiter. Wir werden auch in diesem Jahr nicht alles erreichen, was wir uns vorgenommen haben. So manche Dinge und Situationen werden unsere Wege kreuzen. Und immer eine richtige Entscheidung zu treffen, eine  richtige Antwort parat zu haben, wird nicht immer möglich sein. Dass Gott euch durch dieses Jahr begleitet und leitet, das wünsche ich jedem von euch!

Die Jahreslosung für 2025 lautet:“ Prüft alles und behaltet das Gute!“ Sie stammt aus dem 1. Brief des Paulus an die Thessalonicher. Paulus hatte auf seiner zweiten Missionsreise in Tessalonich, dem heutigen Tessaloniki eine christliche Gemeinde gegründet. Mit großem Eifer und Hoffnung nahm diese junge Gemeinde die Worte von Paulus auf und lebte nach ihnen. Aber Paulus traute der Sache nicht so ganz, denn er wusste, dass Menschen mit begeisterten Glauben sehr schnell in tiefe Depressionen fallen können, wenn sie den Einflüssen und Anfeindungen von außen nicht genug entgegen setzen können. Deshalb mahnt Paulus am Ende des Briefes die Gemeinde alles was ihnen begegnet, was sie hören und erleben genau zu prüfen. Viele Dinge sind verlockend und scheinen richtig zu sein. Gut aber ist nur das, was Gottes Willen entspricht. Das soll bewahrt und gepflegt werden.

Im Konfiunterrricht war doch alles klar. Wir lernten die Gebote, einige Lieder, die wichtigsten Gebete, lasen den Katechismus des Martin Luther. Alles war gut und geregelt. Aber das Leben danach war ein anderes. Gott spielte in den folgenden Jahren und Jahrzehnten keine Rolle mehr, scheinbar. Die Menschen um mich herum konnten mit Gott und Kirche nichts anfangen. Aber Gott hat nie aufgegeben, um mich zu suchen. Da gab es kleine Schritte und kleine Begegnungen immer wieder. Später hat er Ernst gemacht und mich verstehen lassen, bis mein Glauben ein neues Level erreicht hatte. Das war euphorisch und gut.

Im Kontext hat das Leben mir ganz andere Seiten gezeigt. Konflikte mussten verarbeitet werden. Lieber alles erdulden, oder doch besser tätig werden? Im Sinne von sich gegen die Probleme, die misslichen Zustände, den Schmerz und die Demütigung wehren. Oder doch erkennen, dass selten etwas nach eigenem Plan läuft, weil Gott einen ganz anderen Plan mit dir hat. Einen, der dich abholt an irgendeiner Wegekreuzung, die dich fast verzweifeln lässt, weil du keine Richtung für dein Leben erkennen kannst. Lernen zu vertrauen darauf, dass du niemals allein deinen Weg gehen musst. Dass ist alles andere als einfach, aber du gibst einen großen Teil deiner Probleme ab in die Hände dessen, der dich von Anfang an liebt. Der zu dir steht, auch wenn du Fehler machst. Selbst dann, wenn du nichts mehr mit ihm zu tun haben möchtest.

Das genau ist das Gute! Du kannst wieder aufrecht gehen. Du kannst ja sagen zu dir, zu deinem Leben. Ja sagen zu Gott, der immer an deiner Seite ist, egal ob du lachst und fröhlich bist, oder Traurig und untröstlich, ob du gesund bist und mit deiner Kraft deiner Arbeit nachgehen kannst, oder ob du schwach und krank bist und auf die Hilfe anderer angewiesen bist.

Gott macht uns frei und er schenkt uns zu entdecken, wo unser Platz im Leben ist. „Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat!“ Und Jesus spricht von sich: „Ich bin der Weg,  die Wahrheit und das Leben.“  Solche Sätze sind gut und eine gute Grundlage für das Jahr 2025.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen Gottes reichen Segen!

Ihre Uta Baumfelder

Gedanken zum Monatsspruch Dezember 2024

„Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir!“ Jesaja 601

Liebe Schwestern und Brüder,

Adventszeit und Weihnachten – das heißt für viele Weihnachtsmarkt mit Glühweinduft, Lebkuchen und vielerlei Gebäck, Kerzenschein und Geschenke. Für viele ist es einfach eine schöne Zeit. Eine Zeit, in der Wunder möglich scheinen und selbst größte Feinde zumindest Waffenstillstand schließen können, Probleme gute Lösungen finden oder zumindest in den Hintergrund treten. Manche fürchten die emotional aufgeladene Zeit mit dem scheinbar verordneten Frieden aber auch, tragen vielleicht Trauer um geliebte Menschen oder zerbrochene Lebensträume in sich und wünschen sich, dass der Advent und die Feiertage recht schnell vorüber gehen und ein neues Jahr mit neuen Möglichkeiten anbrechen möge.

In der Adventszeit- und Weihnachtszeit spielt Licht eine große Rolle. Anders als noch im tristen November erhellen nun fast überall Lichterketten in allen Formen und Größen Vorgärten und Häuser. Selbst wer es schlichter mag, erhellt mit Kerzen, mindestens den vieren am Adventskranz, seine Wohnung. Licht ist für uns Menschen enorm wichtig, das merken wir, wie bei allen Dingen, vor allem dann, wenn es fehlt. Wenn es jetzt im Winter draußen dunkel ist und die Tage kurz und immer kürzer werden, sehnen wir uns nach Helligkeit, nach Wärme und eben nach Licht. Viele wünschen sich in den Sommer zurück, in dem es lang hell war. Wie fast alle Lebewesen brauchen wir Licht – biologisch, damit sich Vitamin D bilden kann und auch unser Hormonhaushalt im Schwung bleibt, aber auch seelisch, damit man so manchen dunklen Gedanken bestehen kann. Im übertragenen Sinne wünschen wir uns, dass es hell in uns wird, dass sich unsere Stimmung aufhellt, dass positive Gedanken in unsere Gedankenkarusselle eindringen, sie anhalten und sei es nur für einen Moment. Vielleicht bewegt uns die Advents- und Weihnachtszeit auch deshalb so sehr, weil es eben fehlt das Licht und wir kleine Lichter deutlicher sehen, als es an lichtdurchfluteten langen Sommertagen möglich wäre. So, wie wir auch in allem Kummer, in allem Leid und aller Ungerechtigkeit in dieser Welt immer wieder wunderbare, glückliche Momente gibt, die wir allzu leicht übersehen, weil wir eigentlich alles im Überfluss haben, weil es eben immer zu hell ist, wenn auch nicht leuchtend, sondern für viele eher gedimmt.

„Mache dich auf, werde licht, denn Dein Licht kommt.“ Licht ist ein zentrales Bild der christlichen Botschaft zu Weihnachten und ein zentrales Motiv in der Bibel. Auch der Monatsspruch greift das auf. Gott schenkt uns Hoffnung, schenkt uns seinen Sohn und wie könnte man das schöner ausdrücken, als mit dem Bild des Lichtes. Das verstehen weltanschauungsübergreifend alle Menschen, ob nun Christen, Juden, Muslime, Atheisten. Das sind Botschaften, die wir brauchen, gerade in schwierigen, eben in dunklen Zeiten, wie sie nun anzubrechen scheinen.

Zeiten, in denen gesellschaftliche Spaltung zunimmt, wirtschaftlicher Abstieg herauf-beschworen wird oder eine Ausbreitung von aktuellen Kriegen auch zu uns droht. „Mache dich auf, werde licht, denn Dein Licht kommt.“ Dieser Appel des Propheten Jesaja scheint da umso dringender. Jesaja richtet seine Worte an das Volk Israel im babylonischen Exil, also in der Fremde, in die sie fliehen mussten, als man ihre Tempel, all das, was ihnen lieb und teuer war, zerstört hatte. Seine Botschaft ist eine Verheißung an das Volk Israel, das es in seine geliebte Heimatstadt Jerusalem zurückkehren wird, in der noch vieles am Boden liegt. Der Prophet verheißt der Stadt und ihren Menschen inneren und äußeren Frieden, Gerechtigkeit und Wohlstand, auch wenn sie davon noch wenig spüren können. In der Fremde geht es ihnen gut, aber es bleibt eine Leere, seine Sehnsucht nach Hause. Gott verheißt seinem Volk durch den Propheten, dass als Erweis für die Wiederherstellung der Stadt die Völker der Welt nach Jerusalem kommen und dort Frieden und Orientierung finden werden – welch eine tröstende Vision, auch für uns heute, vor allem für die Menschen im Nahen Osten, in der Ukraine und auch für die, die persönlich an innerer Dunkelheit leiden.

„Werde Licht“ – Werde „lebendig“, könnte man es auch formulieren. Es ist eine Aufforderung an uns, sich nicht von dunklen Kräften, auch nicht aus dem eigenen Inneren beherrschen zu lassen, sondern sich aufzurichten und aufzumachen. Im Lichte oder bei Tag betrachtet, heißt es, lassen sich Heraus-forderungen und Sorgen angehen, die im Dunklen oft übermächtig schienen. Das ist oft leicht gesagt und doch unendlich schwer. Aber und das ist die tröstende Komponente aus der Botschaft von Jesaja, man muss es nicht krampfhaft allein, aus sich selbst herausschaffen, sondern es wird möglich, weil Gott selbst zu uns kommt, als kleines Kind im Stall, klein und doch wirkmächtig. Nicht, weil das Volk Israel selbst über Strahlens- und Lebenskraft verfügte, sondern weil die „Herrlichkeit des Herrn“ über der Stadt aufgin“, konnten sie nach Jerusalem zurückkehren und ihren Tempel wieder aufbauen. Es ist der Gott Israels, der dem Volk und der Stadt immer wieder neues Licht und Leben bringt. Er selbst ist es, der es auch hell um uns machen und Licht in unser Leben (zurück)bringen kann, oftmals und vor allem in den dunklen Momenten, wenn uns nichts mehr von seinem Licht ablenken kann. Es ist schwer begreiflich, dass es oft harter Situationen bedarf, um das schöne bewusster zu erleben, aber es ist zugleich ein Geschenk, was uns gegeben wird, vielleicht, um das Leben besser auszuhalten. Daher bleibt es wichtig, dass wir jedes Jahr aufs Neue in der Adentszeit- und Weihnachtszeit viel von Licht sprechen, Kerzen anzünden, uns anrühren lassen, unsere Herzen immer wieder neu füreinander öffnen und Gottes Licht in uns hineinlassen, seine Botschaften hören, singen und Kraft tanken für das kommende Jahr.

In diesem Sinne wünscht Euch und Ihnen eine schöne Adventszeit, ein gesegnetes Weihnachtfest und einen behüteten Jahreswechsel,

Chris Schönefeld im Namen des Lektorenteams und der Kirchgemeinden